Zwei Lampen an einem Anschluss montieren

Spider

Ein Deckenauslass, zwei Lichtpunkte – das ist eine der häufigsten Fragen im Konfigurator: „zwei lampen ein anschluss“, meist für Nachttische, eine schmale Küchenzeile oder zwei Pendel neben einem Sofa. Elektrisch ist das unkompliziert, weil es sich um eine einfache Parallelschaltung handelt. Der Aufwand steckt in der sauberen Verteilung an der Decke, nicht im Anschluss selbst.

Parallelschaltung: was an der Klemme passiert

Aus der Decke kommen drei Adern (L, N, PE). Beide Leuchten bekommen denselben Strom, also werden ihre Adern jeweils gleichfarbig zusammen mit der Deckenader in eine gemeinsame Klemme gesteckt: L der Decke plus L von Leuchte 1 plus L von Leuchte 2 in eine Klemmstelle, ebenso N und PE. Eine Lüsterklemme mit drei Löchern pro Reihe reicht dafür aus, eine Steckklemme mit mehreren Eingängen ist schneller und sicherer bei feinadrigen Textilkabeln. Beide Leuchten schalten dann gemeinsam über denselben Wandschalter – ein zweiter, unabhängiger Schalter würde eine zweite geschaltete Ader aus der Decke voraussetzen, die bei einem einzelnen Auslass in der Regel nicht vorhanden ist.

Belastung: wann es eng wird

Ein normaler Beleuchtungsstromkreis ist mit 10 oder 16 Ampere abgesichert, das entspricht bei 230 Volt weit über 1.000 Watt – für zwei LED-Leuchtmittel mit je 5 bis 9 Watt ist das nie ein Thema. Relevant wird die Last erst, wenn viele Leuchten an einem einzigen Auslass hängen (etwa ein Spider mit sieben Abgängen plus zwei weitere Leuchten daran) oder wenn alte, nicht mehr für LED gedachte Halogen-Leuchtmittel mit 40 oder 60 Watt eingesetzt werden. Mit modernen LED-Leuchtmitteln bleibt die Last bei zwei bis drei Leuchten pro Auslass praktisch immer unkritisch. Wichtiger als die Wattzahl ist die mechanische Seite: Jede Zugentlastung muss das Gewicht ihrer eigenen Leuchte tragen, die Klemme selbst trägt kein Gewicht.

Mehrfach-Baldachin: ein Bauteil für beide Kabel

Ein Mehrfach-Baldachin hat zwei (oder mehr) Durchführungen und innen genug Platz für die Klemme mit allen sechs Adern. Er wird wie ein normaler Baldachin am einzigen Deckenauslass montiert, verteilt aber sichtbar zwei Kabel, die getrennt voneinander weiterlaufen können – zum Beispiel eins gerade nach unten und eins seitlich versetzt zu einem zweiten Punkt über dem Nachttisch. Das ist die sauberste Lösung, wenn beide Leuchten nah beieinander enden sollen, und der Schritt „Deckenauslass anschließen“ läuft wie bei einer einzelnen Leuchte: Adern zuordnen, Zugentlastungen festziehen, Abdeckung schließen. Details zur Verdrahtung selbst stehen im Artikel zum Baldachin am Deckenanschluss.

Alternative: ein Baldachin plus Kabelhalter

Sollen die beiden Leuchten weiter auseinander enden, etwa an beiden Enden eines Bettes, ist ein einzelner Baldachin mit zwei Abgängen (wie ein kleiner Spider) oft einfacher als ein Mehrfach-Baldachin: Beide Kabel laufen zunächst gemeinsam aus der Decke, werden dann aber mit Kabelhaltern an der Decke entlang zur Seite geführt, bevor sie herunterhängen. So bleibt der Deckendurchbruch einzeln, die Optik wird aber flexibler, und die Kabelführung lässt sich sichtbar in Szene setzen statt sie zu verstecken.

Unterschiedliche Leuchten an einem Anschluss

Die beiden Leuchten an einem Auslass müssen nicht identisch sein. Elektrisch spielt es keine Rolle, ob beide dieselbe Fassung und dasselbe Kabel haben oder nicht – entscheidend ist nur, dass beide für dieselbe Netzspannung und denselben Leuchtmitteltyp ausgelegt sind, also üblicherweise beide mit E27- oder beide mit E14-Fassung und LED-Leuchtmitteln. Optisch ist es meist ruhiger, wenn beide Leuchten dieselbe Kabelfarbe tragen und sich nur in Fassung oder Baldachin unterscheiden, etwa eine Fassung in Messing und eine in Schwarz am selben weißen Kabel. Völlig unterschiedliche Kabelfarben an einem gemeinsamen Anschluss wirken dagegen schnell zufällig, weil beide Leuchten aus derselben Deckenstelle zu kommen scheinen, aber nichts miteinander zu tun haben.

Sicherheitshinweis

Der Anschluss an die Deckenleitung ist in Deutschland Sache einer Elektrofachkraft – das gilt bei zwei Leuchten genauso wie bei einer, weil an der Klemme mehr Adern zusammenlaufen und Fehler dort schwerer zu finden sind. Wer selbst nichts an der Decke öffnen will, nimmt für beide Leuchten stattdessen Steckerleuchten mit Stecker und Baldachinhaken und steckt sie einfach in die Steckdose.

Beide Leuchten im Konfigurator planen

Im Konfigurator lässt sich ein Mehrfach-Baldachin direkt mit zwei getrennten Kabelabgängen anlegen, jeder mit eigener Farbe, Länge und Fassung – die Vorschau zeigt beide Leuchten gemeinsam im Raumbild, bevor der Entwurf als Bausatz oder fertig montiert bestellt wird.