Der Deckenanschluss ist der Moment, vor dem die meisten Respekt haben. Zu Recht, denn hier fließen 230 Volt. Aber es ist auch der am besten standardisierte Schritt überhaupt: drei Adern kommen aus der Decke, drei Adern gehen in die Leuchte, und die Farben sagen dir, was wohin gehört. Wenn du dir nach dem Lesen nicht sicher bist, lass es einen Elektriker machen – das kostet 40 bis 80 Euro und ist gut angelegtes Geld. Was hier steht, ersetzt keine Ausbildung, sondern erklärt, was passiert.
Vorher: Strom aus und prüfen
Am Sicherungskasten den Stromkreis des Raums ausschalten (Leitungsschutzschalter nach unten), zusätzlich den FI-Schalter, wenn du dir beim Stromkreis nicht sicher bist. Dann am Deckenauslass mit einem zweipoligen Spannungsprüfer (kein Phasenprüfer-Schraubendreher, die sind unzuverlässig) prüfen, dass zwischen keinem Aderpaar Spannung anliegt. Erst dann weiterarbeiten. Ein Zettel am Sicherungskasten verhindert, dass jemand in der Zwischenzeit „mal eben“ das Licht wieder einschaltet.
Die Adern aus der Decke
In Deutschland seit den 1960ern: braun oder schwarz = L (Außenleiter, „Phase“), blau = N (Neutralleiter), grün-gelb = PE (Schutzleiter). In Altbauten können auch grau oder rot als L vorkommen und schwarz als N – in solchen Fällen ohne Messgerät nicht weiterarbeiten. Kommen aus der Decke fünf Adern, ist die Leuchte über zwei Schalter oder eine Serienschaltung angeschlossen: dann liegen zwei geschaltete L-Adern an, und du entscheidest, ob beide auf eine Leuchte gehen (dann wird bei beiden Schaltern geschaltet) oder nur eine.
Der Baldachin
Ein guter Baldachin hat drei Teile: eine Deckenplatte (wird an die Decke geschraubt oder über die vorhandene Aufhängung gehängt), eine Verbindungsklemme (Lüsterklemme oder Steckklemme, mindestens 3-polig) und die Abdeckung, die alles kaschiert. Dazu die Zugentlastung, durch die das Textilkabel läuft: Sie trägt das Gewicht der Leuchte, damit es nicht an den Klemmen zieht. Ohne festgezogene Zugentlastung kann sich das Kabel über Monate lockern – das ist der häufigste Grund für Wackelkontakte an selbstgebauten Leuchten.
Verdrahten
Deckenplatte montieren. Das Textilkabel der Leuchte durch die Abdeckung und dann durch die Zugentlastung schieben, etwa 15 cm herausstehen lassen. Mantel 8 cm entfernen, jede Ader 8 mm abisolieren (bei Steckklemmen 10 bis 11 mm, steht auf der Klemme). Dann verbinden: L der Decke mit L der Leuchte, N mit N, PE mit PE. Bei einem 2-adrigen Textilkabel (2x0,75) gibt es keinen Leuchten-PE; der Schutzleiter aus der Decke wird dann in eine freie Klemme gesteckt und bleibt isoliert – niemals einfach abschneiden oder frei liegen lassen. Bei Metallbaldachinen und Metallfassungen brauchst du ein 3-adriges Kabel und schließt den PE durch.
Zugentlastung festziehen, kurz am Kabel ziehen: Es darf sich nicht bewegen. Abdeckung hochschieben und fixieren.
Einschalten
Leuchtmittel eindrehen, Sicherung einschalten, Lichtschalter betätigen. Leuchtet es, ist alles gut. Fliegt die Sicherung oder der FI-Schalter raus, steht meistens eine Litze seitlich aus der Klemme (Kurzschluss) oder N und PE sind vertauscht – Strom aus, aufschrauben, nachsehen.
Was der Elektriker anders macht
Nicht viel, aber gründlicher: Er prüft die Zugfestigkeit jeder Klemme, achtet darauf, dass keine einzelne Litze aus einer feinadrigen Leitung neben der Klemme liegt (Textilkabel sind feinadrig – Aderendhülsen sind die saubere Lösung, eine Aderendhülsenzange kostet 15 Euro), und misst nach der Montage den Schutzleiter durch. Das lohnt sich bei Leuchten mit viel Metall und bei Altbauleitungen.
Wenn du lieber nur das Deckenkabel anschließen willst: Jeder Entwurf im Konfigurator lässt sich „fertig montiert“ bestellen – dann kommt die Leuchte verkabelt und geprüft, und an der Decke bleibt genau der Schritt aus dem Abschnitt „Verdrahten“ übrig.