Edison, Globe oder Röhre: Vintage-LED im Vergleich

Pendelleuchte mit 14 Abhängungen mit XXL Rose-One Rechteck 675 mm mit Metall-Finish

„Vintage-LED“ ist erst mal nur ein Filament (der sichtbare Glühfaden im Glas), das in unterschiedlichste Glaskolben-Formen gebaut wird. Für die Wirkung einer Leuchte ist die Form fast wichtiger als die Wattzahl – ein großer Globe wirkt völlig anders als eine schlanke Röhre, obwohl beide dieselbe Lichtfarbe haben können.

Edison ST64: der Klassiker

Die ST64 (Durchmesser 64 mm, birnenförmig mit sichtbarer Spitze) ist die meistverkaufte Vintage-Form. Üblich sind 4 bis 6 Watt bei 300 bis 500 Lumen, Sockel E27. Das Filament ist meist gerade oder spiralförmig sichtbar und erzeugt ein warmes, aber nicht zu helles Licht – gut für Pendelleuchten über dem Esstisch in Gruppen von drei bis fünf Stück, oder einzeln über einer Leseecke. Bei einem Abstand von 60 bis 70 cm zur Tischplatte ist die ST64 blendarm genug für direkten Blickkontakt am Tisch.

Globe G95, G125, G200: Auftritt statt Funktion

Globes sind rund und werden nach Durchmesser in Millimetern benannt: G95 (klein, dezent), G125 (Standardgröße für sichtbare Pendelleuchten), G200 (groß, oft als Solitär über einer Sitzgruppe oder Theke). Je größer der Kolben, desto sichtbarer das Filament-Muster und desto mehr wird das Leuchtmittel selbst zum Design-Element – die Fassung tritt in den Hintergrund. Lumenwerte liegen meist zwischen 400 (G95) und 800 Lumen (G200) bei 6 bis 8 Watt. Wichtig: Ein G200 direkt auf Augenhöhe blendet spürbar, deshalb hängt man große Globes entweder hoch (ab 1,90 m Unterkante) oder mit Lampenschirm bzw. Baldachin, der nach oben abstrahlt. Große Globes passen besonders gut zu hohen Räumen, siehe auch Leuchtmittel-Guide. Eine Auswahl an Globe-Formen gibt es unter Globe-Leuchtmittel.

Röhre T30 und T45: schlank und linear

Röhrenförmige Leuchtmittel (T30, T45 – die Zahl ist wieder der Durchmesser in mm) wirken grafisch und eignen sich für Spider-Leuchten mit mehreren Abgängen, weil sie nebeneinander ein klares Linienmuster bilden statt einzelner Kugeln. Typisch: 4 Watt, 300 bis 350 Lumen, oft mit sichtbarem Kohlefaden-Look (leicht orange statt neutral warm). Für eine Reihenschaltung an der Wand oder eine Deckenleuchte mit fünf Abgängen sind T30 die unaufdringlichere Wahl gegenüber Globes.

Lumen und Kelvin einordnen

Vintage-LEDs liegen bei 1800 bis 2700 Kelvin – deutlich wärmer als das neutrale 3000 K vieler Standard-LEDs. 1800 K wirkt bernsteinfarben und fast wie Kerzenlicht (gut für Stimmung, schlecht zum Lesen), 2700 K ist klassisches Glühbirnen-Weiß und alltagstauglicher. Bei der Helligkeit gilt: Für eine einzelne Pendelleuchte als Haupt-Lichtquelle über dem Esstisch sind mindestens 400 bis 500 Lumen sinnvoll, darunter wird meist mit mehreren Leuchtmitteln oder zusätzlichem Licht kombiniert. Ambiente-Leuchten (Leseecke, Flur, Deko) funktionieren auch mit 250 bis 300 Lumen.

Dimmbarkeit und Blendung

Nicht jedes Vintage-Leuchtmittel ist dimmbar – das steht auf der Verpackung und muss zum Dimmer passen (siehe LED flackert: Ursachen für Kompatibilitätsprobleme). Bei Blendung gilt eine Faustregel: klein und mattiert (ST64 in Rauchglas oder Bernstein) blendet weniger als groß und klar (G200 in Klarglas). Wer klares Glas und große Form kombinieren will, hängt tiefer über den Tisch als über den Durchgang, oder wählt einen Lampenschirm, der die Lichtquelle seitlich verdeckt – Auswahl unter Lampenschirmen.

Welche Form zu welcher Leuchte

Faustregel aus der Werkstatt: Eine einzelne Pendelleuchte über einem kleinen Tisch – ST64. Ein Solitär über einer großen Tafel oder Theke – ein G125 oder G200. Ein Spider mit drei bis sechs Abgängen – T30-Röhren für ein ruhiges Linienbild, oder gemischt kleine Globes für mehr Struktur. Wer unsicher ist, bestellt zwei Formen und hängt probeweise um – bei E27-Sockel passt ohnehin jedes Leuchtmittel in jede Fassung aus dem Sortiment.

Preis und Lebensdauer im Vergleich

Vintage-LEDs liegen je nach Form und Filament-Design meist zwischen 8 und 20 Euro pro Stück – deutlich teurer als ein einfaches Standard-LED-Leuchtmittel, dafür mit typischen Lebensdauern von 15.000 bis 25.000 Stunden. Bei täglich drei Stunden Betrieb sind das über zehn Jahre. Große Globes (G200) liegen preislich meist am oberen Ende, weil mehr Glas und ein aufwendigeres Filament-Muster verarbeitet werden; T30-Röhren sind oft die günstigste Vintage-Form, weil sie ein einfacheres, gerades Filament nutzen. Für Mehrfach-Baldachine mit vier oder fünf Fassungen lohnt sich deshalb ein Blick auf die Gesamtkosten, bevor man sich für die größte Form entscheidet.

Im Konfigurator lässt sich jede Leuchtmittelform direkt an der gewählten Fassung und dem Baldachin in der Vorschau ansehen, bevor du bestellst.