Beim rechteckigen Tisch ist die Sache meist klar: eine Reihe von zwei oder drei Pendeln in der Mittelachse. Über dem runden Tisch stellt sich die Frage neu, denn eine Reihe passt hier nicht. Zwei Lösungen haben sich bewährt: ein einzelnes, großes Pendel genau über der Tischmitte, oder ein Spider mit drei bis fünf Abgängen, der sich über die Fläche verteilt. Welche der beiden Varianten besser passt, hängt vor allem vom Tischdurchmesser und von der Deckenhöhe ab.
Ein Pendel: Schirmdurchmesser nach Tischgröße
Bei einem einzelnen Schirm über der Mitte gilt als Faustregel: Der Schirmdurchmesser sollte etwa der Hälfte des Tischdurchmessers entsprechen, oder etwa 30 cm kleiner sein als der Tisch – je nachdem, was bei der jeweiligen Tischgröße die kleinere Zahl ergibt. Bei einem Tisch mit 120 cm Durchmesser wären das rechnerisch 60 cm (Hälfte) oder 90 cm (minus 30 cm) – hier ist die Hälfte die praktikablere Größe, ein 90-cm-Schirm würde den Tisch optisch erschlagen. Bei einem großen Tisch mit 160 cm Durchmesser dagegen liegt „minus 30 cm“ bei 130 cm und „Hälfte“ bei 80 cm; meist wirkt hier ein Schirm zwischen 40 und 50 cm ausgewogener als beide Extremwerte, weil ein einzelner Schirm ab einer gewissen Tischgröße ohnehin nicht mehr die ganze Fläche dominieren muss, sondern nur die Mitte markiert. Als grobe Richtwerte für die Praxis: Tisch bis 110 cm Durchmesser → Schirm 30–40 cm, Tisch 110–140 cm → Schirm 40–55 cm, Tisch ab 140 cm → entweder ein Schirm ab 55 cm oder der Wechsel zum Spider.
Ein Spider: Verteilung statt Zentrierung
Ein Spider mit mehreren Abgängen löst das Problem anders: Statt einen großen Schirm zu suchen, verteilst du mehrere kleinere Lichtquellen über die Tischfläche. Bei einem runden Tisch bis 130 cm Durchmesser reichen drei Abgänge, im Dreieck angeordnet, mit jeweils 25 bis 35 cm Abstand von der Mitte. Ab 140 cm Durchmesser sind vier bis fünf Abgänge sinnvoller, damit auch der Rand des Tisches noch Licht abbekommt. Wichtig ist, die Abgänge nicht alle auf gleicher Höhe zu hängen: Zwei bis drei Höhenstufen mit 10 bis 15 cm Unterschied wirken lebendiger als eine starre Reihe und vermeiden, dass sich die Leuchtmittel gegenseitig blenden, wenn man am Tisch sitzt. Wie ein Spider grundsätzlich aufgebaut ist, steht im Artikel Spider-Leuchte bauen.
Hängehöhe: 70 bis 80 cm über der Tischplatte
Unabhängig davon, ob ein Pendel oder ein Spider über dem Tisch hängt, gilt für die Höhe über der Tischplatte derselbe Bereich: 70 bis 80 cm bei Standardstühlen. Das ist niedrig genug, um Wärme und Fokus auf die Tischfläche zu bringen, aber hoch genug, dass niemand beim Aufstehen anstößt und der Blickkontakt über den Tisch nicht durch den Schirm blockiert wird. Bei sehr hohen Räumen (Deckenhöhe über 2,80 m) kann die Höhe auf bis zu 90 cm steigen, damit die Leuchte nicht verloren wirkt. Bei einem Spider mit unterschiedlichen Abgangslängen bezieht sich der Wert auf den tiefsten Punkt, also das am weitesten heruntergeführte Leuchtmittel.
Leuchtmittel und Lichtfarbe am Esstisch
Für die Tischbeleuchtung selbst hat sich warmweißes Licht (2200 bis 2700 Kelvin) bewährt, weil es Speisen und Gesichter freundlicher wirken lässt als neutralweißes Licht. Bei offenen Fassungen ohne Schirm eignen sich Globe-Leuchtmittel mit sichtbarer Glühwendel besonders gut, weil sie selbst zum Blickfang werden; eine Auswahl gibt es unter Globe-Leuchtmittel. Wer die Helligkeit je nach Tageszeit anpassen will, sollte gleich auf dimmbare Leuchtmittel setzen – siehe dimmbare Leuchtmittel – dafür braucht es allerdings einen dimmfähigen Schalter oder eine entsprechende Fassung.
Ein Vorschlag zum Nachbauen
Für einen runden Tisch mit 130 cm Durchmesser und Stühlen mit Standardhöhe: Spider mit vier Abgängen, Textilkabel in zwei Höhenstufen (65 und 75 cm über der Platte), Fassungen in Messing roh, Globe-Leuchtmittel G95 mit warmweißem Licht. Das ergibt eine ruhige, gleichmäßige Ausleuchtung, ohne dass ein einzelner großer Schirm die Sicht über den Tisch versperrt.
Im Konfigurator lässt sich die Spider-Variante direkt mit der passenden Anzahl Abgänge, Kabellängen und Fassungen zusammenstellen; eine Übersicht fertiger Pendelleuchten gibt es unter Pendelleuchten.